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Escada spekulatives Investment 08.04.2003
Performaxx-Anlegerbrief
Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" sehen die Aktie von Escada (ISIN DE0005692107 / WKN 569210) als höchst spekulatives Investment an.
Der Modebranche blase derzeit ein kräftiger Wind ins Gesicht. Konjunkturkrise, Irak-Krieg, Terror-Angst - all dies raube den Verbrauchern die Lust auf neue Kleidung. Auch der Münchener Luxusmode-Hersteller Escada habe das zu spüren bekommen. Der Umsatz sei im Geschäftsjahr 2001/02 (endete 31. Oktober 2002) um 4% und im ersten Quartal 2002/03 sogar um 13% zurückgegangen. Immerhin habe Escada im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ein positives EBIT von 25 Mio. Euro erzielen können, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 17 Mio. Euro verbucht worden sei. Dies möge ein erstes Indiz dafür sein, dass der neue Kurs des Managements den Turn-around herbeiführen könne.
Durch ein striktes Kostensenkungsprogramm, drastische Lagerverschlankung und vor allem die Fokussierung auf die Kernmarken Escada und Escada Sport solle das Unternehmen wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückgeführt werden. Nachdem bereits im April 2002 die Kosmetik-Tochter Escada Beauté an Wella verkauft worden sei, sollten in 2003 auch die Nebenmarke Laurel sowie die Primera- und die Kemper-Gruppe veräußert werden.
Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft sei als Schritt in die richtige Richtung zu werten. Während die Nebenmarken in den letzten Jahren nicht die erwünschten Deckungsbeiträge sondern großenteils Verluste eingebracht hätten, seien die Kernmarken Escada und Escada Sport stets profitabel gewesen. Sie würden, wie Markenstudien zeigen würden, über bemerkenswert hohe Bekanntheits-, Sympathie- und Loyalitätswerte verfügen - in der Modebranche die Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum.
Zwei Faktoren würden entscheidend dafür sein, ob Escada einen nachhaltigen Turnaround schaffen könne: Erstens müsse die EBIT-Marge wieder in einen für Luxusgüterhersteller angemessenen Bereich von mindestens 10 bis 15% gelangen und zweitens müsse der Verschuldungsgrad des Unternehmens deutlich gesenkt werden.
Selbst im Kernbereich habe die EBIT-Marge im letzten Geschäftsjahr nur bei knapp 5% gelegen, obwohl der Rohertrag gesunde 67% des Umsatzes ausgemacht habe. Belastend wirke derzeit insbesondere der Fixkostensockel, den der direkte Vertrieb typischerweise mit sich bringe. Denn in den Escada-eigenen Shops, die rund zwei Drittel des Umsatzes einspielen würden, würden sich Raum- und Personalkosten nur wenig an konjunkturbedingte Umsatzausfälle anpassen lassen.
Eine deutliche Verbesserung der EBIT-Marge setze somit neben den eingeleiteten Kostensenkungen auch eine Konjunktur- und Nachfragebelebung voraus, wobei Escada durch seine internationale Aufstellung (12% Umsatzanteil Deutschland, 31% restl. Europa, 34% Nordamerika, 18% Asien, 5% Sonstige) binnenkonjunkturelle Einflüsse einzelner Länder nicht so stark ausgeliefert sei.
Neben der Steigerung der EBIT-Marge komme dem Schuldenabbau entscheidende Bedeutung zu. Allein auf dem Kernbereich würden derzeit etwa 200 Mio. Euro Finanzschulden lasten, davon 100 Mio. Euro aus einer Anleihe, die im August 2004 fällig werde. Hinzu würden noch rund 100 Mio. Euro Finanzschulden der Tochtergesellschaften kommen, in denen sich die Nebenmarken befinden würden.
Gelinge Escada der Verkauf sämtlicher Töchter zu einem vernünftigen Preis - bei rund 300 Mio. Euro Umsatzvolumen sollten 100 Mio. Euro Verkaufserlös durchaus erzielbar sein -, so könnte die Anleihe problemlos bedient und der Schuldenstand des Kernbereichs nach und nach bis auf 100 Mio. Euro gesenkt werden. In der Folge würde auch die Zinsbelastung um rund 12 Mio. Euro auf 6 Mio. Euro fallen.
Ein erfolgreicher Turn-around würde der Escada-Aktie enormes Aufwärtspotenzial eröffnen. Für längerfristig orientierte Anleger sei es dabei gar nicht so wichtig - und aufgrund der Konjunkturkrise wohl auch nicht wahrscheinlich-, dass bereits im laufenden Geschäftsjahr ein signifikanter Nachsteuer-Gewinn hängen bleibe. Angenommen, Escada schaffe im Geschäftsjahr 2003/04 oder 2004/05 bei einem Umsatz von 600 Mio. Euro (derzeit 540 Mio. Euro) eine EBIT-Marge von 10% und eine Nettomarge von 5%, dann läge bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 54 Mio. Euro das KGV bei 1,8.
Eine Verdreifachung bis Vervierfachung des Kurses wäre in diesem Fall realistisch. Intern gehe Escada übrigens davon aus, eine EBIT-Marge von 15% im Kerngeschäft erreichen zu können. Das Umsatzwachstum solle 10% pro Jahr erreichen. Als Zielmarke für 2010 habe sich das Unternehmen einen Umsatz von 1 Mrd. Euro gesetzt.
Bis dahin würden allerdings noch erhebliche Risiken lauern. Sollte sich die Konjunkturschwäche noch über mehrere Jahre hinziehen oder der Verkauf der Tochtergesellschaften nicht wie geplant vonstatten gehen, würden dem Unternehmen möglicherweise erhebliche Liquiditätsprobleme drohen.
Insofern stelle die Escada-Aktie zum jetzigen Zeitpunkt nach Ansicht der Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" ein höchst spekulatives Investment dar. Interessenten sei daher nur eine kleine Depotposition dieses Wertes angeraten.
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